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Über Marc


Sein Debüt in Deutschlands höchster Spielklasse feierte Marc Ziegler am 11. August 1995. Beim VfB Stuttgart hatte er als 19-Jähriger Eike Immel im Tor beerbt. Trotz einer guten Saison kam er in den darauf folgenden drei Spielzeiten nur zwölf Mal zum Einsatz. Am Österreicher Franz Wohlfahrt gab es für ihn kein Vorbeikommen; genau so wenig wie 1999/2000 bei Arminia Bielefeld an Georg Koch und Zdenko Miletic.

Ziegler entschloss sich zu einem Engagement im Ausland, wechselte zu Bursaspor in die Türkei und erlebte dort Unglaubliches. Da der Erstligist sportlich hinter den hoch gesteckten Erwartungen geblieben war, beschloss die Vereinsführung, sich von den „Gastarbeitern“ wie Ziegler, Martin Spanring und Trainer Jörg Berger zu trennen. Während Berger damals von den Offiziellen mit dem Hinweis, dass das ihre Sprache sei, ein Revolver auf den Verhandlungstisch gelegt worden war, wurde Ziegler von „dunklen Gestalten“ im Auto gestoppt und mit einer Waffe bedroht. „Das war eine wirklich besondere Erfahrung“, blickt der 32-Jährige zurück.

Ab Januar 2001 stand der Torwart beim FC Tirol Innsbruck unter Vertrag. Unter dem heutigen Bundestrainer Joachim Löw wurde er österreichischer Meister und stellte mit 1.085 Minuten ohne Gegentor einen Rekord für die Ewigkeit auf. Kurios: Zieglers Serie, die am 15. Mai 2001 begann, wurde am 22. September 2001 von einem Eigentor beendet. Trotz des sportlichen Erfolges stand der FC Tirol damals finanziell kurz vor dem Aus. Die Insolvenz drohte. Einigen Spielern wurde der Vereinswechsel nahe gelegt. Während der laufenden Saison wechselte Ziegler vom späteren Meister FC Tirol zu Austria Wien. In der österreichischen Metropole wurde der Keeper allerdings nicht glücklich und im Sommer 2003 an Hannover 96 ausgeliehen.

An der Leine war Ziegler unumstritten die Nummer eins im Tor, absolvierte 30 Partien und erhielt vom kicker-Sportmagazin eine Durchschnittsnote von 2,95. Aufgrund der guten Leistungen unterschrieb Ziegler einen Anschlussvertrag bei 96. Der endgültige Transfer scheiterte jedoch an den Ablöseforderungen von Austria Wien. Jedenfalls verbrachte der stets freundliche und gut gelaunte Schlussmann die Saison 2004/2005 auf der Tribüne. „Es gibt Trainer, die mögen dich oder eben nicht“, erklärte er. Im Sommer 2005 startete der Torhüter beim 1. FC Saarbrücken einen Neuanfang. Beim Regionalligisten wollte Ziegler in den folgenden Jahren seine Karriere ausklingen lassen und im Saarland sesshaft werden. Diesem Vorhaben kam jedoch Thomas Schlieck, Torwart-Trainer bei Arminia Bielefeld, in die Quere. Ziegler wechselte nach Ostwestfalen, blieb hinter Mathias Hain aber nur die Nummer zwei, wenn auch eine äußerst zuverlässige. Vier Mal kam er 2006/2007 in der Bundesliga zum Einsatz. Mit ihm holte die Arminia im Schnitt 1,75 Zähler, mit Hain 1,26 Punkte pro Spiel.

Beim BVB hat Marc Ziegler vor einem Jahr einen Drei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2010 unterschrieben. „Wir haben einen erfahrenen Torhüter als Nummer zwei hinter Roman Weidenfeller gesucht und sind sicher, mit ihn den richtigen Mann verpflichtet zu haben“, sagte Sportdirektor Michael Zorc – und darf sich bestätigt sehen. Charakter und sportliche Klasse sind so ausgeprägt, dass Ziegler sogar ein Thema bei den Münchner Bayern gewesen sein soll, die nach Oliver Kahns Karriereende für den jungen Michael Rensing einen ruhigen, erfahrenen Partner suchten.

Stärken

„Als Nummer zwei ist Geduld und Loyalität gefragt. Ich bin mit meinen Konkurrenten fast immer gut ausgekommen. Manchmal sind wir sogar gemeinsam in Urlaub gefahren“, sagte Marc Ziegler vor Saisonbeginn. Seine angedachte Reservisten-Rolle erfüllte er mit Loyalität und war „voll da“, als er zunächst nach der Sperre, anschließend nach der Schulter-OP von Roman Weidenfeller ins Tor musste. Herausragend waren seine Reaktionen auf der Linie; er strahlte Ruhe und Sicherheit aus.

Saison-Rückblick

Ziegler bewährte sich als glänzender Vertreter von Weidenfeller. In der Liga blieb er bei seinen ersten drei Einsätzen (3:0 gegen Cottbus, 1:0 in Rostock, 3:0 gegen Bremen) ohne Gegentor, im Pokal war er der Garant schlechthin, dass seine Mannschaft erstmals nach 19 Jahren wieder ins nationale Cup-Finale einzog. Beim 2:1 gegen Bremen im Achtelfinale wehrte er einen Elfmeter von Diego ab und verhinderte damit die Verlängerung. Spektakulär waren auch die Paraden im Viertelfinale gegen Hoffenheim (3:1) sowie im Endspiel gegen die Bayern (1:2 n.V.). Insgesamt kam er auf 21 Einsätze, davon 15 in der Bundesliga, wo er immerhin fünf Mal ohne Gegentor blieb. +